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20-1-E 012 Online-Vortrag: Von der Genesis zur Apokalypse: - Schöpfungs- und Endzeitmythen, Faszinierendes, Amüsantes und Nachdenkliches rund um den Anfang und das Ende der Welt von den archaischen Mythen zur modernen Kosmologie

Beginn Mi., 05.08.2020, 19:00 - 21:00 Uhr
Kursgebühr 14,00 €
Dauer 1 x
Kursleitung Dr. Michael A. Rappenglück M.A.

Schöpfungs- und Endzeitmythen haben seit jeher einen universellen Anspruch und versuchen die ganze "bekannte Welt" zu integrieren. Was für vergangene Generationen noch als "Lichter am Himmel" galt, scheint sich heute in den unvorstellbaren Dimensionen der modernen Kosmologie zu verlieren. Diese Unendlichkeit stellt Religionen und nicht zuletzt die Kosmologie selbst vor eine gewaltige Herausforderung hinsichtlich ihrer Entstehungstheorien. Seit urgeschichtlicher Zeit suchen Menschen nach Antworten darauf, wie wohl die ganze Welt, insbesondere der Mensch und gar die Götter entstanden sind. Sie erzählen faszinierende, amüsante und nachdenklich stimmende Geschichten von Ursprung und Aufbau einer sinnvollen Orientierung und Sicherheit gebenden Ordnung (Kosmos) aus dem kreativen, aber verwirrenden und bedrohlichem 'Durcheinander' (Chaos). Die Motive der Schöpfungsmythen ähneln einander weltweit auffällig: Immer wieder führen die Mythen einen Baum, ein Tier, einen Riesen, einen göttlichen Handwerker, das göttliche Urpaar, das Ei oder auch das Urwort als verantwortlich an für die Entstehung und die Gestaltung der Welt. Da gibt es einsame Urviecher, die aus reiner Neugier das All kreieren, Götterpaare, die aus purer Lust, die Welt 'in die Welt setzen', uranfängliche Schaumschläger, die den Kosmos zusammenrühren, Tauchertiere, die aus einem Dreckklos die Welt zusammenbasteln, Webstühle, auf denen der Teppich des Universums entsteht, der erste Laut, der die Welt ins Schwingen bringt oder das Nichts, aus dessen Zaubertopf alles wird. Immer wieder werden auch gewaltige Epochenumschwünge vermutet, gefürchtet, bisweilen gar erhofft. Roland Emmerichs Film „2012“, die „Attraktivität“ von TV-Filmen, die Endzeitkatastrophen thematisieren und Katastrophendokus, die von Supervulkanen, Impakten, Erdbeben und anderem handeln, zeigen, dass „Unter“- und „Übergänge“ die menschliche Fantasie sehr beschäftigen, auch wenn man sie bequem im Heimkino, ohne Risiko, verfolgt. Manche meinen gar, das Ende der Welt stünde bevor. Früher schon, in unserer und anderen Kulturen, beschäftigten Weltperioden, Weltkatastrophen und das Weltende die Menschen. Der Untergang von Atlantis und anderen Inseln oder Kontinenten, die Sintflut(en), Eiszeiten und Feuersbrünste, der Einsturz des Himmels, Götterkämpfe und Weltgerichte, Kometen- und Meteoriteneinschläge, Vulkanausbrüche, die atomare und klimatische Selbstvernichtung waren und sind große Themen der Endzeitvorstellungen. Die Erwartungen an die Macht der bevorstehenden Zeitenwende(n) und ihre auch läuternde Wirkung werden besonders in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krisenzeiten gefördert. Vorstellungen von der Bindung des Schicksals an die Zahlen und Zeiten des Weltenlaufs führen in verschiedenen Kulturen zu anders berechneten Endzeiten, je nach verwendetem Kalendersystem. Sie erfahren, welche Vorstellungen die Völker verschiedener Kulturen und Zeiten über Epochenumschwünge, Zeitenwenden und Endzeiten hegten und was man, heute mehr oder weniger begründet, befürchtet. Der Vortrag gibt Einblicke in alte und neue Erklärungsversuche.



Kurs abgeschlossen

Kursort

Online-Kurs




Termine

Datum
05.08.2020
Uhrzeit
19:00 - 21:00 Uhr
Ort
Online-Kurs