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21-2-H 001 Studium Generale: Aufbruch in die Neuzeit

Beginn Do., 25.11.2021, 13:00 - 14:30 Uhr
Kursgebühr 80,00 €
Dauer 11 x
Kursleitung Simone Egidio Sartori M.A.
Dr. Michael A. Rappenglück M.A.
Ursula Simon-Schuster M.A.


Emanzipation und Reaktion, Fortschrittsglaube und Globalisierung: Geschichte, Kulturgeschichte und Wissenschaft-Technikgeschichte vom 16. bis 18. Jh.
mit Dr. Michael A. Rappenglück M.A. (25.11. bis 16.12.2021

Die Frühe Neuzeit (ca. 1500-1800) ist, trotz extremer Kriege, wie zum Beispiel dem 30-jährigen Krieg (1618-1648), geprägt von einem demographischen Wandel, verursacht durch einen Bevölkerungsanstieg, den sie der verbesserten Nahrungsproduktion, der Medizin und technischen Innovationen verdankt. Das Zeitalter ist geprägt von der frühen Globalisierung, der Reformation und Gegenreformation, Emanzipationsbewegungen (bis hin zur Aufklärung), gesellschaftlichen Veränderungen (Adel und Bürger), Absolutismus, Aufständen, Unabhängigkeitsbewegung und Revolutionen (Französische Revolution 1789), religiöse und territoriale Konflikte. Vom 16.-18. Jh. etablieren sich die Wissenschaften und Technologien der Neuzeit. Experimentelles Forschen ist die neue Methode der Natur Fragen zu stellen, ihr Antworten abzuringen und die ganze Wirklichkeit des Mikro- und Makrokosmos in ein rational-funktionales, mathematisch fassbares System zu fassen. Mit Hilfe von Naturwissenschaft und Technik, die beide nachhaltig die Menschen begeisterten, glaubte man die Natur und den Menschen in den „Griff“ des Denkens zu bekommen, zu „be-greifen“ und dem Menschen endlich die Macht über die wilde Natur zu ermöglichen. Planbar, machbar, technisch und wirtschaftlich verfügbar erschien die Wirklichkeit. Wissen und Können bestimmten das Denken und Handeln. Entdeckungsreisen, Empirismus (Messen, Daten), Rationalismus (Vernunft, Logik, Mathematik), Funktionalismus - die Welt und die Lebewesen erfasst im Modell des Mechanismus - neue Instrumente (Teleskop, Mikroskop, Rechenmaschinen), Kräfte (Wärmekraft, Elektromagnetismus), Materialtechniken (Metalle, Kunststoffe), Verkehrstechniken (Eisenbahn, Automobil) und Informationstechnologien (Drucktechniken, Telegrafie, Telefon) - neue Möglichkeiten der Biologie und Medizin - neue wissenschaftliche Institutionen (wissenschaftlich-technische Institutionen und Journale) - die Popularisierung der Wissenschaften für ein stetig wachsendes Publikum - die beschleunigte Verwertung von Wissenschaften und Technik in der Wirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft und im Militär u.v.m. bestimmen die Neuzeit. Die beginnende industrielle Revolution ermöglicht zunehmenden Wohlstand und begründet eine neue zusehends benachteiligte Klasse der „Arbeiter“.


Simone Sartori M.A. Philosoph (13.01. bis 20.02.2022)
Das philosophische Denken begleitet die soziopolitischen und die wissenschaftlich-technischen Entwicklungen der frühen Neuzeit, reflektiert und beschleunigt sie. Die politische Philosophie ist bestrebt, nach dem Ende der mittelalterlichen Theokratie eine neue Legitimation und Fundierung der Institutionen des modernen Staates im Ausgang von der Idee des Gesellschaftsvertrags zu liefern. Die Staatstheorien von Hobbes (Absolutismus) und J. Locke (Liberalismus) stellen die fundamentalen Pole dieser politischen und moralphilosophischen Debatte dar, die mit der Philosophie der Aufklärung zu ihrer Reife kommen wird. Auch auf dem Gebiet der theoretischen Philosophie (Erkenntnistheorie und Metaphysik) bewegt sich das moderne Denken zwischen den zwei Polen des Rationalismus und des Empirismus. Der maßgebliche Denker des Rationalismus und in vielerlei Hinsicht der Gründer der modernen Philosophie ist Réné Descartes. Mit den Meditationes und der berühmten „Abhandlung über die Methode“ steht er Pate für das kühne Projekt der Neuzeit, die Gesamtheit des Seienden der Rationalität des Menschen zu unterwerfen. Spinoza und Leibnitz folgen ihm als die wichtigsten Apostel der großen Epoche des philosophischen Rationalismus. Doch nicht alles – so scheint es – lässt sich auf Vernunft zurückführen oder durch sie regulieren (B. Pascal). Demgegenüber setzt sich im englischsprachigen Raum die Tradition des Empirismus mit J. Locke fort und führt zu den radikalen erkenntnistheoretischen Konsequenzen von Berkleys Idealismus und Humes Skeptizismus. Die zunehmende Polarisierung des modernen Denkens wächst sich zu einer wahrhaften Grundlagenkrise aus, die erst mit I. Kants Kritik der reinen Vernunft aufgegriffen und gelöst werden wird.


Renaissance in Kunst und Kultur
mit Ursula Simon-Schuster M.A., Kunsthistorikerin (Mo, 17.1.22, 15.30 -17.00 Uhr, Treffpunkt: Alte Münze, Am Hofgraben 4 (Bayer. Landesamt für Denkmalpflege), Do, 17.2.22, 13.00 -14.30 Uhr, Treffpunkt: Residenzmuseum, Kasse)

Die Neuzeit, die Wiederentdeckung der Antike und die Inventionen in Kunst, Architektur und Kultur haben auch in München prägnante Spuren hinterlassen. Nicht nur der Einfluss aus Italien, sondern auch die Aufgeschlossenheit der bayerischen Herrscher führten zu wahren Meisterwerken. So sind der ehem. Marstall, die sog. „Alte Münze“ und die Residenz, eines der großartigsten Herrschersitze Europas, sprechende Beispiele. Die Architektur und Ausstattung des Antiquariums: größter Renaissance-Saal und erste Antikensammlung nördlich der Alpen und der Grottenhof im Stil einer ital. Loggia sind Beispiele der Umwälzungen im 16. Jahrhundert. Vieles mehr gibt es zu entdecken, teils wurden wertvolle und einzigartige Kunstobjekte nach München importiert, teils wurden Malereien, Teppiche und Bronzen von einheimischen Künstlern geschaffen. Erfahren Sie zudem Wissenswertes über höfischen Zeremonien und Sitten, die amüsanten Vergnügungen des Adels, die Mode und „Hygiene“ und kulinarische Vorlieben der Zeit. Musik, Oper und Theater bekamen neue Formen. So hatte z.B. der Hofgarten verschiedenste Nutzungen. Was fand im Brunnenhof statt und was sind die Hintergründe der monumentalen Bronzeskulpturen?


In Kooperation mit den Volkshochschulen: Aichach-Friedberg und Schrobenhausen.




Kursort

Gilching, vhs, Seminarraum 105

Landsberger Str. 17 a
82205 Gilching

Kursort

München, Residenzmuseum; Foyer

Max-Joseph-Platz
80539 München

Kursort

München, Alte Münze, Hofgraben 4

Hofgraben 4
80331 München

Termine

Datum
25.11.2021
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
02.12.2021
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
09.12.2021
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
16.12.2021
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
13.01.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
17.01.2022
Uhrzeit
15:30 - 17:00 Uhr
Ort
Hofgraben 4, München, Alte Münze, Hofgraben 4
Datum
20.01.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
27.01.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
03.02.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105
Datum
10.02.2022
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Landsberger Str. 17 a, Gilching, vhs, Seminarraum 105

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